03.07.17

Erneut Brand in der Biberacher Altstadt

Keine Verletzten - Circa 70 Helfer im nächtlichen Einsatz

In der Hindenburgstraße in Biberach kam es gegen 2.25 Uhr zu einem ausgedehnten Zimmerbrand im 2. OG eines mehrgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses. Bei Eintreffen des ersten TLF der Biberacher Feuerwehr schlugen die Flammen aus vier Fenstern und es war zunächst nicht ganz klar, ob alle Bewohner das Haus haben verlassen können. Der Einsatzleiter vom Dienst ließ unverzüglich eine zweite Drehleiter (WF Boehringer) und weitere Kräfte der Feuerwehr Biberach nachalarmieren. Ebenfalls an der Einsatzstelle waren der RD und in der Folge die SEG der Bereitschaft Biberach und mehrere Streifen des Polizeireviers, um gegebenenfalls die Bewohner evakuieren zu können. Den alarmierten Kräften gelang es zunächst im Innenangriff, das Feuer auf die beiden Zimmer zu beschränken; weiter wurde mit Riegelstellungen die Ausbreitung des Brandes außen gestoppt und über die Drehleitern gezielt das Dach geöffnet und die Holzverkleidung des Daches entfernt. Ebenso haben die Einsatztrupps Teile der Zwischendecke ins DG geöffnet, um verbliebene Glutnester beseitigen zu können. In einem Club im ersten OG ließen sich Wasserschäden nicht vermeiden; frühzeitig wurden Abdeckfolien und ein Wassersauger eingesetzt, ebenso im DG in den sonst unversehrten Räumen. Die Bereitschaftsdienste von EnBW und e.wa.riss sorgten dafür, dass die Strom- und Gasversorgung für das Gebäude abgeschaltet wurden.

Heute Morgen waren die Brandermittler tätig, die nach der Ursache des Feuers suchten (derzeit liegen noch keine Ergebnisse vor). Solange war auch ein TLF mit Besatzung als Brandwache vor Ort.

Bei dem Einsatz gab es keine Verletzten; ein Bewohner musste von der Stadtverwaltung bis auf Weiteres andersweitig untergebracht werden; die Höhe des Schadens beträgt nach ersten Schätzungen ca. 200 000 Euro.

 

Bericht LH, Bilder: Feuerwehr Biberach

 

Zweiter Bericht einen Tag später:

Gegen 3.15 Uhr rückten die Rettungskräfte erneut zu dem Brand in der Hindenburgstraße aus. Flammen schlugen aus einer Wohnung. In denselben Räumen hatte es in der Nacht zuvor gebrannt, eine Brandwache der Feuerwehr und Brandermittler der Kripo hatten sich bis zur Mittagszeit im Brandobjekt aufgehalten, ohne dass Anzeichen eines versteckten Brandherdes zu bemerken gewesen wären. Auch den zweiten Brand konnten die Feuerwehrleute rasch löschen, jedoch machten die Glutnester in der Zwischendecke vom 1. ins 2. OG größere Schwierigkeiten; die Decke musste zu größeren Teilen herausgesägt werden. Die Bewohner konnten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Dennoch trug ein 31-Jähriger leichte Verletzungen davon. Rettungskräfte brachten ihn in ein Krankenhaus. Nach ersten Schätzungen liegt der Sachschaden bei ungefähr 100.000 Euro. Die Polizei sucht nun auch nach der neuen Brandursache. Sie hat an dem Brandort viele Spuren gesichert und die Ermittlungen aufgenommen.

Aus dem Polizeibericht vom 04.07.2017, ergänzt LH

 

Ergänzende Meldung der SZ vom 13.07.2017:

Die Brandursache des ersten Brands in der Hindenburgstraße in Biberach steht fest: „Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung“, sagt Uwe Krause, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Ulm. „Es besteht der Verdacht, dass der Mieter, der in dieser Nacht allein in der Wohnung war, im Bett geraucht hat.“ Die glühende Zigarette soll den Brand ausgelöst haben. …Knapp 24 Stunden später brannte es im selben Gebäude erneut. Auch hier steht die Brandursache nun fest: „Der Brand ist in der Zwischendecke zwischen der oberen Wohnung und der unteren entstanden“, sagt Polizeisprecher Krause. „Es haben sich kleine Glutnester gebildet, die auf der Wärmebildkamera nicht zu sehen waren.“ Diese Glutnester hätten sich im Laufe des Abends durchgefressen und vergrößert, sodass die Feuerwehr erneut ausrücken musste, um den Brand zu löschen. Bei den beiden Bränden entstand ein Sachschaden in Höhe von 300 000 Euro.